Grußworte

 

Winfried Willems

Winfried Willems

Liebe Besucherinnen und Besucher der Orgelpunkt-Konzerte im Dom zu Magdeburg!

Groß war die Enttäuschung bei vielen Freundinnen und Freunden des Orgelpunktes, als alle Konzerte im Jahre 2021 pandemiebedingt abgesagt werden mussten. Schon 2020 konnte der Orgelpunkt nur mit sehr eingeschränkten Zuhörerzahlen stattfinden. Umso größer dürfte jetzt die Freude sein, dass im Jahre 2022 wie in den Jahren zuvor wieder neunzehn Konzerte sehr abwechslungsreicher Formate, vielfältiger Programme und verschiedener Besetzungen in dem Bemühen, unterschiedlichen Erwartungen gerecht zu werden, stattfinden werden. Manche Künstlerinnen und Künstler werden Ihnen bekannt sein, andere sind zum ersten Male in Magdeburg. Alle haben mir versichert, wie gerne sie in diesem wunderbaren Dom an der exzellenten Orgel vor diesem sympathischen Publikum konzertieren. 

Dennoch ist der Orgelpunkt überschattet von den furchtbaren Kriegsereignissen in der Ukraine; ich kann mir vorstellen, dass ihre Gedanken, während Sie sich der Musik widmen, auch immer wieder dort sein werden.  
Im Grußwort 2020 zitierte ich Victor Hugo: „Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Vielleicht gilt das für den Orgelpunkt in dieser schweren Zeit besonders. 
Mein Dank gilt allen Sponsoren und Unterstützern des Orgelpunktes, der Landeshauptstadt Magdeburg, dem Land Sachsen-Anhalt/Landesverwaltungsamt und der Stiftung Kloster Unser Lieben Frauen, ohne deren Unterstützung der Orgelpunkt trotz Ihrer dankenswerten Spendenbereitschaft im Anschluss an die eintrittsfreien Konzerte nicht zu finanzieren wäre. 
Dank gebührt auch der „Magdeburger Volksstimme“, dem Generalanzeiger, der Kirchenzeitung „Glaube und Heimat“, dem Magdeburger Regionalfernsehen, den Anzeigeblättern und MDR Kultur für die Ankündigungen der Konzerte. 

Schließlich gilt mein Dank den Domküstern und den Helferinnen und Helfern, die jeden Sonntag für einen reibungslosten Ablauf sorgen, dem Domkantor KMD Barry Jordan für die „Betreuung“ der Orgel und nicht zuletzt meiner Frau für die Hilfe bei der Organisation der Konzertreihe. 

Ich wünsche Ihnen viel Freude in und mit dem Orgelpunkt 2022 und dass Sie in den Konzerten ein wenig aus der Zeit und ihren Bedrängnissen „fallen“ mögen. 

Mit herzlichen Grüßen
Winfried Willems
Künstlerischer und organisatorischer Leiter

Bitte beachten Sie die aktuellen Auflagen und Empfehlungen zu Corona. 

 

Die Vielfalt erhalten! 

Der Verein Domorgeln Magdeburg e.V. bittet Sie auch in diesem Jahr um Unterstützung der Orgelpflege und um Spenden für die Sanierung der Paradies-Orgel! Buchholz Paradiesorgel

Wir freuen uns über Ihr zahlreiches Interesse an der diesjährigen sommerlichen Konzertreihe ORGELPUNKT! Wir vom Verein Domorgeln Magdeburg e.V. nutzen die Gelegenheit und stellen Ihnen in diesem Programmheft unsere Aufgaben vor, in der Hoffnung, dass Sie uns mit Ihren Spenden unterstützen.  

Im Dom und seinen Nebenräumen befinden sich 3 Orgeln, davon zwei Neubauten, die große Hauptorgel aus dem Jahr 2008 (Firma Alexander Schuke aus Werder in Brandenburg) und im Remter die kleinere Remterorgel aus dem Jahr 2011 (Firma Glatter-Götz aus Pfullendorf/Aach-Linz in Baden-Württemberg). 

Die „älteste“ Orgel ist mit circa 50 Jahren die kleinere Chororgel über der Paradiespforte im Nordquerhaus, die „Paradies-Orgel“. Sie wird regelmäßig genutzt für Gottesdienste im Hohen Chor und als kleinere Konzertorgel vor allem für Orgelwerke des Barock. Auch in den Konzerten des ORGELPUNKTES wird sie gern von den Organisten gespielt, als feiner Kontrast zu den sinfonischen Klängen der großen Hauptorgel.  

Alle Domorgeln müssen regelmäßig gewartet und natürlich oft gestimmt und gepflegt werden. Dies ist grundsätzlich Aufgabe der Domgemeinde, und unser Verein unterstützt die Domgemeinde mit Spendenmitteln. Hierfür haben wir die Möglichkeit angelegt, „Domorgelpate“ zu werden und die Orgelpflege mit einem selbst gewählten jährlichen Betrag auf Dauer zu unterstützen.  

Nach den beiden Orgelneubauten hat der Domorgeln-Verein sich nun vorgenommen, die Paradies-Orgel in den nächsten Jahren zu sanieren. Wir haben bereits mit der Überarbeitung oder dem Neubau von einzelnen Registern begonnen, um das schöne Klangbild dieser Orgel zu optimieren. Die Paradiesorgel wurde 1969/70 vom VEB Orgelbau Alexander Schuke Potsdam erbaut und hat 36 Register auf 3 Manualen und Pedal. Heute zeigen sich zunehmend Mängel infolge der Verwendung von Materialien mit beschränkter Qualität. Das Orgelgehäuse aus minderwertigem Kiefernholz muss ersetzt werden, u.a. auch weil es durch Insektizidbehandlung zur Holzwurmabwehr stark rückstandsbelastet ist. Die Prospektpfeifen müssen aus Sicherheitsgründen erneuert werden, weil sie aufgrund der Art der verwendeten Legierung zum Weichwerden neigen und die Pfeifenfüße kollabieren könnten. Wir wissen noch nicht, wann die Generalsanierung der Orgel mit der Erneuerung des gesamten Orgelgehäuses aus Holz und der Metall-Prospektpfeifen beginnen kann. Dies wird – abhängig vom Fortschritt anderer Baumaßnahmen am und im Dom – erst in einigen Jahren möglich sein. Leider haben sich die Preise für Holz und Metall, auch für Zinn für die Prospektpfeifen, in den letzten Jahren sehr erhöht, so dass von einem Gesamtpreis von mehr als 300.000 EUR zu rechnen ist. Bis zur Sanierung sammeln wir weiter Spenden und kümmern uns um Fördermittel.  

Unterstützen Sie unseren Verein als Stifter oder Spender für die Sanierung der Paradiesorgel! Informieren Sie sich an den Orgeltafeln im Dom, mit unseren Faltblättern und auf der Internetseite! 

 

Anschrift:
Domorgeln Magdeburg e.V., Vorsitzender: Helge Scholz, 
über: Evangelische Domgemeinde, Am Dom 1, 39104 Magdeburg
E-Mail:info@verein-domorgeln-magdeburg.de
www.verein-domorgeln-magdeburg.de
Kontoverbindung: IBAN: DE94 8109 3274 0001 3333 30,
BIC: GENODEF1MD1, Volksbank Magdeburg eG 

 

Zum Geleit

Trutz und Trost

Uhle Wettler, Domprediger

Der Dichter Reiner Kunze hat allen Orgeln ein literarisches Denkmal gesetzt. Sein Text Orgelkonzert beginnt mit den Worten: „Hier müssen sie nicht sagen, was sie nicht denken. Hier umfängt sie das Nichtalltägliche, und sie müssen mit keinem Kompromiß dafür zahlen; […] Hier ist der Ruhepunkt der Woche. Sie sind sich einig im Hiersein. Hier herrscht die ORGEL.“

Kunzes schriftstellerische Vision geht (19761) davon aus, dass doch ALLE ORGELN gleichzeitig in diesem Land mit einem Mal zu spielen beginnen sollten, um die Lügen, von denen die Luft schon so gesättigt ist, dass der um Ehrlichkeit Bemühte kaum noch atmen kann, hinwegzufegen. All den Terror im Geiste.
Die Systeme wechseln, Terror und Lügen bleiben. In diesem Jahr findet der ORGELPUNKT in einem fragilen Europa im Krieg statt. Die harten Worte der Kriegsrhetorik haben hier nichts verloren. Hier herrscht die Orgel.
Der Magdeburger Dom steht in allen Jahrhunderten der Landesgeschichte mit seinen Pandemien, mit allen Kriegen und Gefährdungen auch des ganz persönlichen Miteinanders für Trutz und Trost. Das sollen Sie wissen, wenn Sie hier sitzen.

19-mal sind Sie sonntags um 16.00 Uhr eingeladen, um wenigsten eine Stunde GUTES zu hören und Gedanken des Friedens in sich aufsteigen zu lassen. Das Gewölbe spannt sich 32 Meter über Ihnen – da ist viel Platz für Gedankenfreiheiten.
Das Team um Staatssekretär a.D. Winfried Willems und seine Frau Nele haben nach der langen Durststrecke, in der wir keinen ORGELPUNKT anbieten konnten, ein sehr niveauvolles, abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Dafür sei im Namen der Domgemeinde hier ausdrücklich gedankt.

Unsere große Hauptorgel auf der Westempore wird in dieser Saison von Frauen und Männern zum Klingen gebracht, die aus unterschiedlichen Ecken Europas den Weg nach Magdeburg finden. Ihr Können (und das bedeutet sehr viel Übungszeit – ich höre sie ja immer nebenan) kommt Ihnen als Besuchende zugute. Sie erleben in diesem Jahr Orgel solo und unter anderem Orgel mit Schlagwerk, Orgel mit Trompeten, Pauken und Posaunen, Orgel mit Vibraphon und Orgel mit Saxophon.
Nicht alle Besuchenden können sich (mehr) teure Konzertkarten kaufen, deshalb dienen diese Orgelkonzerte auch der solidarischen Teilhabe. Der ORGELPUNKT beruht auf Spenden- und Kollektenbasis. Wer geben kann, ist der eigentlich Beschenkte.
In diesem Sinne: Nehmen Sie die Musik in sich auf, geben Sie gerne dafür etwas zurück und bleiben Sie bei allem fröhlich und belastbar.

Herzlichst

Ihr Jörg Uhle-Wettler
Domprediger