Grußworte 2019

 

Domprediger Jörg Uhle-Wettler

Domprediger Jörg Uhle-Wettler

JÖRG UHLE-WETTLER

17 Orgelpunkte – und SIE

Im Orient lebte ein Mann, der besaß 17 Kamele. Und als er starb, hinterließ er ein merkwürdiges Testament. Der älteste Sohn sollte die Hälfte aller Kamele bekommen, der zweite Sohn ein Drittel der Kamele und der jüngste Sohn schließlich ein Neuntel der Kamele. Die Brüder stellten fest, dass 17 sich weder durch zwei noch durch drei noch durch neun teilen ließ. Erst grübelten sie, dann kam der Streit. Wie so oft leider, wenn es um das Erbe geht.
Während sie stritten kam ein Fremder geritten, der saß auf einem Kamel. Er hörte zu, stellte sein Tier zu den andern 17 und fing an zu teilen. 18 insgesamt – die Hälfte, das macht neun für den ältesten Sohn. Ein Drittel , also sechs Kamele für den zweiten Sohn und ein Neuntel, also zwei Kamele für den jüngsten Sohn. Die Summe aber – neun und sechs und zwei – ergab 17 Kamele.
Der Konflikt war gelöst. Der Fremde ritt auf seinem Kamel davon. Geleitet vom Dank der Söhne, die nun wieder Brüder sein konnten.
In den nächsten Wochen erwarten Sie 17 Orgelpunkte. Und wir drei „Brüder“ Staatssekretär a.D. Winfried Willems, Domgemeindekirchenratsvorsitzender Stephen Gerhard Stehli und ich haben die Geistlichen Begrüßungsworte an Sie in Eintracht aufgeteilt.
SIE sind Nr. 18.
Die 17 Orgelpunkte bergen ein musikalisches Erbe, um das es keinen Streit geben kann. Es beginnt mit HOCHzeitsmusik. Früher wurde ein langes „O“ gesprochen.
Und bis zum 15. September kann jede sonntägliche Stunde zwischen 16 und 17(!) Uhr eine HOCHzeitsstunde für Sie im Dom werden.
Sie sind für uns Fremde und Vertraute, unterschiedlich und gleichermaßen. Zaungäste und Stammpublikum.
Das Team um Winfried Willems und seine Frau Nele hat in den letzten Wochen außerordentliches geleistet, um dieses niveauvolle, abwechslungsreiche Programm zu organisieren. Dafür sei im Namen der Domgemeinde hier ausdrücklich gedankt.
Die Künstler berichten mir oft, dass sie sehr bewegt sind, wenn Sie um 17 Uhr von der Orgelempore hinunter schauen und SIE sehen und Ihren Applaus hören.
Und wir danken Ihnen als Domgemeinde, dass Sie ihre Hände dann nicht wieder in den Taschen vergraben, sondern die Kollektenkörbe am Ausgang reichlich füllen.
Die Musik hat ihren Wert. Die Konzerte und die Orgelpflege bzw. die Orgelstimmungen haben ihren Preis. Daher freuen wir uns über jede finanzielle Unterstützung.
2020 wird, soll und kann es weiter gehen. Dann ist die Dombauvollendung 500 Jahre her. Die Orgelpunktreihe 2020 wird auch schon geplant.
Aber nun genießen wir erst mal alle 17 Orgelpunkte in diesem Jahr.
Orgel, Orgel, Orgel … – Punkt.

Herzlichst,
Ihr Jörg Uhle-Wettler
Domprediger

 


Winfried Willems

Winfried Willems, Staatssekretär a. D.

WINFRIED WILLEMS

Liebe Besucherinnen und Besucher der Orgelpunkt- Konzerte im Dom zu Magdeburg!
Nach der überwältigenden Resonanz, die der Orgelpunkt 2018 erfahren durfte, habe ich versucht, einerseits an die Programm-Ideen des letzten Jahres, die erfreulicher Weise auch jüngere Menschen veranlasst haben, Konzerte des Orgelpunktes zu besuchen, anzuknüpfen, aber andererseits auch neue Akzente zu setzen, wie Sie bei der Lektüre des Programmheftes feststellen können.
Sie finden dabei Interpreten, die beim Orgelpunkt schon dabei waren und nun – auf vielfach von Orgelpunkt-Besuchern geäußerten Wunsch – wiederkommen sowie Musikerinnen und Musiker, die Ihnen vielleicht noch nicht bekannt sind.
Um den vielfältigen und auch recht unterschiedlichen Erwartungen von jüngeren und älteren Konzertbesuchern weiterhin gerecht zu werden, umspannt der Orgelpunkt 2019 große Werke der Orgel- und Instrumentaltradition, Orgelbearbeitungen bekannter Instrumentalwerke, aber auch Werke der Filmmusik und bekannter Liedermacher, ja sogar der Wiener Walzer ist mit dabei.
Der Orgelpunkt will sich mit seinen Programmen bewusst nicht nur auf „geistliche“ Musik beschränken, sondern versucht, in „unserem“ Dom durch musikalische Breite vielfache Möglichkeiten zu lebensbereichernden Erfahrungen durch Musik zu eröffnen. Denn „Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“ (Victor Hugo) – und welcher Ort wäre dafür sinnhafter und geeigneter als der Dom zu Magdeburg!
So sind „Jung und Alt, Nicht-Christen und Christen“, wie es in einem Leserbrief heißt, zu den Konzerten des Orgelpunktes 2019 in den Dom eingeladen.
Dank gilt den Konzert-Paten und der Landeshauptstadt Magdeburg für ihre Unterstützung, ohne die es nicht möglich wäre, auf Eintrittsgelder zu verzichten. Dank gilt aber auch Ihnen, die Sie mit Ihren Spenden am Ende ganz wesentlich dazu beitragen, dass diese Konzertreihe am Dom zu Magdeburg möglich wird. Angesichts gestiegener Kosten wird diese Unterstützung noch wichtiger.
Dank gebührt auch der Magdeburger „Volksstimme“, dem Generalanzeiger, der Kirchenzeitung „Glaube und Heimat“, dem Magdeburger Regionalfernsehen, den Anzeigeblättern, den Online-Portalen und dem MDR Figaro für die aussagefähigen Ankündigungen.
Besonders danke ich den Musikerinnen und Musikern, die aus Begeisterung für den Dom, seine Orgeln und das wunderbare Publikum für ein sehr bescheidenes Honorar spielen.
Schließlich gilt mein Dank den Domküstern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Sonntag für Sonntag für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude in und mit den Konzerten des Orgelpunktes 2019!

Mit herzlichen Grüßen

Winfried Willems,

Staatssekretär a. D.